Wie sorgt man bei einem Stromausfall zumindest für ein Minimum an Wärme in der Wohnung? Hier einige Tipps:

Isolieren Sie Türen und Fenster
Im Zuge der Notfallvorbereitung sollten Fenster, Türen und Wände möglichst gut isoliert werden. Zugluft ist eine große Kältequelle. Selbstklebende Isolierbänder aus Schaumstoff (bekommt man im Baumarkt) innen zwischen Fenster und Rahmen oder zur Not einfache feuchte Handtücher helfen, Ritzen an Türen und Fenstern abzudichten. Auch das Schließen der Roleaus und dicke Vorhänge helfen, die Kälte etwas weiter draußen zu halten.

Rücken Sie zusammen
Einen einzelnen Raum warmzuhalten ist einfacher als die ganze Wohnung. In diesem einen Raum findet im Notfall dann das ganze Leben, Schlafen, Kochen und Essen statt. Wenn sich alle Personen in einem Raum aufhalten, erwärmt allein schon die Körperwärme den Raum mit immerhin 120 Watt pro Person. Schließen Sie dabei Türen und Fenster auch zu anderen Räumen und schaffen Sie Vorräte in diesen Raum, damit Sie möglichst wenig raus müssen. Rücken wir zusammen!

Warme Kleidung und Decken
Sehr naheliegend ist natürlich warme Kleidung. Bikini ist eher schlecht. Ziehen Sie möglichst viele Schichten übereinander an und wickeln Sie sich gut in Decken oder einen Schlafsack ein. Das hält die Wärme am Körper. Wenn Sie eines haben stellen Sie ein Zelt im Raum auf. Schaut ulkig aus, aber dieser Raum im Raum verhindert, dass die wenige Wärme in die ganze Wohnung entweicht. Und mal ehrlich, wer hat nicht als Kind mit Decken im Kinderzimmer ein Zelt gebaut? Genau das brauchen wir jetzt wieder, vielleicht machen Sie ja sogar ein Speil mit Ihren Kindern draus.

Leichte Bewegung
Während eines Stromausfall gibts immer was zu tun. Vorräte müssen in die Wohnung gebracht werden, Fenster müssen zusätzlich isoliert und mit den Nachbarn muss die aktuelle Lage diskutiert werden. Mäßige Bewegung erzeugt ebenfalls Wärme. Achten Sie dabei aber darauf, nicht ins Schwitzen zu kommen, denn Schweiß läßt Sie schneller auskühlen. Und der Geruch belästigt die Mitbewohner, gerade wenn man enger zusammenrückt.

Alternative Heizungen
Gleich vorweg: Finger weg von offenem Feuer in der Wohnung! Auch wenn manche Ratgeber empfehlen, im Notfall Bücher (oh Gott!) oder Möbel zu verbrennen, tun Sie es nicht. Denkt man über alternative Heizungen nach, muss man immer darauf achten, dass keine giftigen Abgase, vor allem Kohlenmonoxid (CO), in der Wohnung entstehen. Bei Stromausfällen im Winter ist Feuer generell eine große Gefahr! Immer wieder gehen Häuser und ganze Stadtteile in Flammen auf und sterben Menschen an den Abgasen von Grillern oder anderen Feuerquellen, beim Versuch, die Wohnung warm zu bekommen. Griller und offenes Feuer scheiden deshalb völlig aus. Passen Sie aber auch bei Kerzen und ähnlichem auf. Sobald Sie ungewöhnlich müde werden oder ihnen sonstwie komisch wird, sofort Fenster auf!

Um einen durchschnittlichen Raum zu heizen, braucht man grob ca. 2,5 kW Heizleistung. Wer oben genau gelesen hat, hat sicher sofort im Kopf ausgerechnet, dass man das mit der Körperwärme von 21 Personen schaffen würde. Wem das dann doch zu viel Trubel ist, für den gibts hier einige alternative Heizungen, die das schaffen:

Kaminofen: Wenn Sie einen professionell angeschlossenen Kaminofen und ausreichend Brennholz (ca. 1/2 Raummeter, das sind ca. 250 kg) haben, dann sind Sie schon aus dem Schneider. Mit bis zu 8 kW Heizleistung schafft ein Kaminofen locker auch große Räume.

Petroleumofen: Diese kleinen Notheizungen werden mit gereinigtem Heizpetroleum betrieben. Das ist nicht ganz billig und nicht leicht zu bekommen, aber sie schaffen damit bis zu 2,5 kW. Durch spezielle Technik verbrennt das Petroleum im Ofen beinahe rückstandsfrei. Wenn man immer wieder lüftet, kann man sie daher auch in der Wohnung ohne Kaminanschluss betreiben. Also super geeignet für eine Stadtwohnung. Achtung! Auch hier gilt, immer wieder lüften! Am besten besorgen Sie sich mit dem Ofen auch einen CO Warner. Batterien für den Starter nicht vergessen.

PetroleumofenMein Favorit: Ein kleiner Petroleumofen

Kerzen: Hm. Ja. Theoretisch schafft man die 2,5 kW auch mit Kerzen. Besonders in gut isolierten Räumen. Ein Teelicht zB schafft 40 Watt Heizleistung. Sie brauchen also nur 80 brennende Teelichter um den Raum warm zu bekommen. Scheint mir jetzt aber trotzdem nicht ganz so praktisch. Die eine oder andere Kerze zusätzlich ist aber sicher nett, sie spendet ja auch Licht. Ausreichend Streichhölzer nicht vergessen. Ich nehm mir auf Restaurants und Bars immer einige Schächtelchen mit, so kommt mit der Zeit ein guter Vorrat gratis zusammen. Auch bei Kerzen gilt wieder: Achtung vor dem Feuer, nie alleine lassen und ausreichend lüften!

Teelichtkamin: Ach wie nett! Im Internet findet man immer wieder Bauanleitungen für Teelicht- oder Blumentopfkamine. Das sind vereinfacht gesagt umgedrehte Blumentöpfe, unter die Teelichter gestellt werden. Schaut net aus, bringt jetzt aber trotz hochwissenschaftlicher Erklärungen auch nicht mehr, als die Teelichter alleine. Habs probiert. Aber wenn Sie gerne basteln, ist das schon sehr dekorativ.

Enthanolkamin: Diese sind zwar nicht auf die Erzeugung von Wärme ausgelegt, sondern auf schönes Aussehen. Dennoch schaffen sie in der Praxis ca. 2 kW Heizleistung. Wie bei Petroleumöfen ist auf gute Belüftung zu achten. Beim Nachfüllen muss man besonders aufpassen, da sich die Ethanoldämpfe leicht entzünden.

Gerade im Winter ist Heizen eine wichtige Sache. Sorgen Sie rechtzeitig vor!

Und noch einmal weils so wichtig ist: Hände weg von offenem Feuer! Bei einem Stromausfall im Winter sterben mehr Menschen an Bränden und giftigen Abgasen als an der Kälte. Wenn Sie doch eine Flamme in der Wohnung haben, lassen Sie sie nie unbeaufsichtigt. Besorgen Sie sich einen Feuerlöscher und eine Löschdecke und haben Sie sie immer griffbereit. Lüften Sie regelmäßig, am besten besorgen Sie sich einen CO- und CO2-Melder. Wenn Sie Müde oder gar schwindlig werden, sofort Fenster auf! 

Titelfoto: https://imgur.com/gallery/wmDcL

   
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